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Projekt Haus 2.0
Stand 20.01.2026

Wie das Leben so spielt, es kommt immer anders und zweitens als man denkt. Durch die Lebensumstände gab ich unter anderem das Haus auf und mußte mich neu orientieren. Um aus dem teuren Mietverhältnis heraus zu kommen, konnte ich mir durch mein Kapital ein "neues" Haus in Rheinhessen kaufen. Dieses war Baujahr 1900, wurde seit 20 Jahren von einer alleinstehenden Frau bewohnt und hat auch vorher nie viel wirklich Sanierung erfahren. Es war von Anfang an klar, daß ich wieder eine Wärmepumpe haben wollte (dieses Mal ohne Erdwärme) und daß das Dach saniert werden mußte, nicht nur wegen der Dämmung sondern auch um die Solartechnik auszuhalten. Auch die Raumaufteilung, die sich wahrscheinlich seit der Entstehung nicht wesentlich verändert hatte, sollte an modernere Ansprüche angepaßt werden.
VORGEHENSWEISE

Als erstes nahm ich Kontakt zu einem Energieberater auf, entschied mich für die Firma K-Plan in Eich auf Empfehlung des Heizungsbauers. Dieser fertigte nach Begehung einen Sanierungsplan für Heizung und Dach an. Auf dieser Basis wurden dann die Angebote für beide Gewerke angefragt.

Im Sommer 2025 entschied ich mich für das Gesamtpaket Heizung & Solar für die Firma Schüssler, mit denen ich beim ersten Haus gute Erfahrungen gemacht hatte. Die neuste Generation Viessmann Vitocal 250-A mit dem Kältemittel R290 und dem Pufferspeicher Viessmann Vitocell 320-M sollte optimal zusammen arbeiten mit dem Solartechnik Paket der Firma Viessmann mit 10,8KWp und einer ebenso starken Batterie. Startschuss sollte Ende August sein für die Arbeiten, weil das Gerüst für den Dachdecker dann noch stehen würde. Im Paket von insgesamt knapp über 60.000€ war auch eine Wasserenthärtung dabei.

Der Dachdecker Tobias Reinhardt war eine Empfehlung des Energieberaters Kretschmann. Ich war zwar eigentlich nicht in seinem Einzugsgebiet, aber er machte mir einen guten Preis für die Isolation nach KfW Kriterien und einer Neudeckung. Diese Arbeiten sollten Mitte August starten. Der lokale Dachdecker war deutlich teurer, überhaupt gab es unerklärliche Preisunterschiede.

Ich mußte einen Statiker hinzu ziehen, da ich zwei Durchbrüche im Erdgeschoss vornehmen wollte, um die vielen kleinen engen Räume etwas luftiger zu machen. Das Ingenieurbüro Braun aus Wörrstadt war hier kurzfristig bereit die notwendigen Berechnungen zu machen.

Bei den Angeboten von den Gerüstbauern gab es ebenfalls eine Spanne von 3.000-4.500€. Ich entschied mich für den Gerüstbau Andreas, der zusagte, zum notwendigen Zeitpunkt das Gerüst aufstellen zu können und nebenbei noch der günstigste war.

Nach einem Urlaub nahm das ganze Projekt Mitte August Fahrt auf. Durch die Hitze gab es beim Gerüst eine kleine Verzögerung beim Aufbau, aber am 20. August konnte der Dachdecker mit seinen Arbeiten anfangen. Vom Dach flogen die alten Ziegel in den bereitgestellten Container. Dämmung wurde gemacht und 10 Tage später war der Dachdecker schon fertig mit seinen Arbeiten. Kurz danach fing die Firma Schüssler an, die Solartechnik auf dem Dach zu montieren. Innerhalb einer Woche war das auch fertig und ich konnte das Gerüst wieder freigeben. Der Gerüstbauer ließ sich aber trotz vieler Anrufe noch Wochen Zeit es abzuholen. Die notwendige Elektrik für die Solartechnik und auch die Installation der Heizungsanlage im Keller geschah parallel. Und dann stockte es. Das Inbetriebnehmen der fertigen Solartechnik kam erst Anfang Oktober. Das Aufstellen der Wärmepumpe vor dem Haus wurde verzögert durch den Gerüstabbau, aber auch weil die Installateure nur noch sporadisch kamen. Erst ein Gespräch mit dem Geschäftsführer Herrn Elsasser brachte kurzfristig Schwung hinein und Mitte Oktober wurde die Heizung endlich in Betrieb genommen.

Damit konnten auch endlich mal die neu verputzten Wände trocken. Parallel zu den ganzen oben beschriebenen Arbeiten habe ich mit Hilfe den Innenumbau voran getrieben. Das alte Bad oben wurde entkernt, Wände entfernt, Durchbrüche gemacht und im Endeffekt die komplette Elektrik erneuert, nachdem sich heraus gestellt hat, daß die vorhandene pro Geschoss nur eine Sicherung hatte. Dazu habe ich im Erdgeschoss die Wände mit 9-20mm gedämmt und den Fußboden mit 5cm. Dadurch konnte ich auch ein Untergeschoss ohne Absätze schaffen. Darauf kamen Unmengen Quadratmeter OSB Platten, die als Unterlage für das Klick-Vinyl dienten. Das war die einzige Möglichkeit den Fußboden zu dämmen, da der Gewölbekeller über seine Form das nicht zuließ. Leider gab es dafür keine Förderung. Gefördert wurde das Ersetzen des Fensters durch eine Terrassentür im Eßzimmer.

Ende Oktober konnte ich wie geplant einziehen. Es war alles verputzt und tapeziert, nur das Bad brauchte noch eine Woche länger für die Fertigstellung. Leider war auch jetzt, drei Monate nach Auftragserteilung, die Arbeiten an der Heizungsanlage immer noch nicht 100% abgeschlossen. Für die versprochene intelligente Zusammenarbeit des Komplettsystems stellte sich heraus, daß dies nur über eine Internetverbindung der Fall ist. Das macht mich skeptisch, da so etwas auch mal ausfällt. Der Telefonanschluß kam erst am 13. November, die großartig angekündigte Vernetzung der Systeme und Einweisung fand trotz vielfacher Nachfrage erst kurz vor Weihnachten statt (zwei Monate nach Inbetriebnahme und 5 Monate nach Auftragserteilung). Leider gab es auch Diskussionen über den Auftragsinhalt. Meine sommerlichen Darlegung der geplanten Umbauten im Sommer wurden trotz Hinweis nicht mitgeschrieben und plötzlich standen Mehrkosten im Raum, weil nicht aufgenommen wurde, daß Heizkörper versetzt werden mußten beziehungsweise Leitungen neu verlegt. Herr Elsasser stellte mich als Lügner dar, ich hätte ihm das alles nicht gesagt. Vielleicht ist das ein Programm zur Kundenbindung, daß ich noch nicht kenne. Durch die schleppenden Arbeiten bin ich mit den Heizungsarbeiten in den Winter gerutscht, was ich vermeiden wollte. Mitte Januar werden die letzten Arbeiten gemacht. Die Rechnungen kommen immer schneller.


BEWERTUNG DER ARBEITEN UND ANLAGEN

Ich hatte ja vorher nicht mit Handwerkern zu tun, aber es ist leider so, daß sich alle Vorurteile bewahrheitet haben. Grundsätzlich gilt: schlecht zu erreichen, Desinteresse schon an Angebotserstellung und sobald Geld geflossen ist ein Absacken der Motivationsschwelle auf 0%.


ENERGIEBERATER Kretschmann&Schilling/Eich
Kretschmann/: haben alle Arbeiten zügig erledigt und die Beantragung unterstützt. Wenn ich mir allerdings so anschaue, was mich die Energieberater gekostet haben für die Arbeitszeit.... 4.800€ für Förderungen von insgesamt knapp 25.000€.

GEOLOGE Bauer/Wörrstadt
Guter Ansprechpartner, hat die statischen Maßnahmen für die Durchbrüche gut unterstützt

DACHDECKER Reinhardt/Eich
Einwandfrei und schnell, alles wie besprochen, termingerecht und im angebotenen Preis geblieben
 
HEIZUNGSBAUER
Schüssler, Wörrstadt
Siehe Arbeitsablauf oben. Die guten Erfahrungen von 2008 konnte er nicht wiederholen

SOLARKOLLEKTOREN
Schüssler, Wörrstadt
Ebenfalls von Firma Schüssler montiert, ein Viessmann System mit Batterie. Es wurde passend zu dem stehenden Gerüst montiert, der Anschluß dauerte ein wenig länger. Noch viel länger dauerte die Genehmigung des Energiedienstleisters EWR mit drei Monaten. Die Anlage lief in der Zeit schon und lieferte Strom.

GERÜSTBAU Andreas/Bechtolzheim
Lieferte das beste Angebot ab, war um die Ecke, konnte aber nicht ganz den Aufbautermin einhalten wegen der großen Hitze von 35°. Der Abbau war sehr verzögert.

CONTAINERDIENST Kayser/Wörrstadt
Lieferte und holte Container wie besprochen ab. War auch ein guter Entsorger, wenn es darum ging die ganzen Tapetenreste los zu werden.

  

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