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Nach einer
warmen Nacht
in einer Gaststätte (typisch Deutsch – Möbel wie vom
Sperrmüll
für sagenhafte 55€) sieht das Leben schon wieder angenehmer aus.
Die Sachen sind getrocknet, der Himmel ist nur noch bedeckt. Vor der
Grenze
besorgt sich Hille noch Regenüberschuhe für ihre neuen
Crosstiefel,
die den Dichtigkeitstest gestern nicht bestanden haben.
Am kilometerlangen
Stau
der Schnäppchenjäger am Grenzübergang Fürth fahren
wir vorbei und sind so schnell in Tschechien. Beim ersten Tanken
können
wir unser Regenzeug ausziehen und beim nächsten Tanken fällt
mir gleich mal meine XL um, und ich kann die Aufhebeübung aus
dem
Endurotraining vom letzten Wochenende mal am voll beladenem Motorrad
praktisch
umsetzen. Bei Brno nehmen wir abends ein Hotelzimmer, wo wir uns im
angeschlossenen Restaurant
verwöhnen
lassen. Unsere Motorräder stehen derweil sicher in der
Veranstaltungshalle. Den nächsten Tag geht es auf Nebenstrecken
durch Tschechien und die Slowakei bis südlich von Budapest.
Hille laboriert immer
noch
mit einer Entzündung herum, so daß wir entscheiden in Ungarn
noch einen Ruhetag einzulegen. Im 150km entfernten Mesökovesd
mieten
wir eine kleine Ferienwohnung und relaxen am nächsten Tag.
Dann geht es wieder los
- im Sauseschritt zur rumänischen Grenze. Mit den rumänischen
Kleinbussen können wir allerdings kaum mithalten, die fahren, als
ob die Grenze bald schließt. Der Grenzübertritt macht keine
Probleme, die erst Tanke ist unsere. Auf der Straße nach Satu
Mare
schlüpfen wir durch eine Radarfalle, entweder haben die
Jungs
geschlafen oder die Motorräder waren nicht meßbar. Jetzt
sind
wir vorsichtiger. In Satu Mare wird Geld getauscht und eine Ehrenrunde
durch die Stadt gefahren, bis wir den richtigen Weg nach Baia Mare
gefunden
haben. Dort folgen wir den Schildern Tourist Complex+Camp und landen
bei
einer Cabana, einem Hotel, in den Bergen bei Ferneziu. Nach einem
Spaziergang
am See entlang ist es ist in der untergehenden Sonne immer noch so
angenehm,
daß wir draußen essen können. Rumänien – wir sind
da.
Der obligatorische
Blick aus dem Fenster am Morgen – es nieselt. Das bedarf einer
Planänderung,
aus unserer Nord-Süd Durchquerung der Ostkarpaten wird nichts, wir
wollen lieber ins Trockene und nehmen uns das Donaudelta als Ziel. Bis
Galati geht es ereignislos durch weite Ebenen auf geraden
Straßen, bei Braila per Fähre über einen der Donauarme.
Wir wollen eine Übernachtungsmöglichkeit
auf
der D22 suchen, einer Nebenstrecke nach Tulcea. Die Strecke ist zwar
wunderschön,
das Donaudelta hügeliger als gedacht, aber zum Übernachten
gibt
es hier nichts. Zum Schluß haben wir auch noch in beginnender
Dunkelheit
mit einer schlechten Betonpiste kurz vor Babadag zu kämpfen. In
Babadag
suchen wir dann das einzige Hotel des Ortes auf, wie sich rausstellt,
ein
reinrassiges
Überbleibsel aus sozialistischen Zeiten, aber die 520km reichen
für
den Tag.

Bei
strahlendem Sonnenschein
brechen wir morgens auf, fahren auf kleinen geschwungenen Nebenstrecken
nach Agighiol. Irgendwann packt es uns, und wir probieren
einen
der Feldwege aus, der nach Westen führt. Wir wollen wissen, ob es
nicht doch eine Verbindung zwischen den beiden parallel verlaufenden
Straßen
gibt. Und ohne uns zu Verfahren, finde ich einen Weg auf teilweise
ausgewaschenen
Feldwegen bis zur 22. Wir fühlen uns wie Entdecker. Eine der
Fahrspuren bringt Hille aus dem Konzept, so daß
sie
danach Rumänien nur noch mit einem Rückspiegel befährt.
Nördlich von Constanza kommen wir durch große Feriengebiete,
auch mit Campingplätzen. Das ist uns allerdings zu touristisch
oder
von der Lage her nicht angenehm, wir suchen südlich in Eforie
erfolglos
nach einem Platz. Irgendwann reicht es, und ich fahre vor zu dem alten
Platz in Jupiter, der damals schon ganz brauchbar war. Es gibt ihn
tatsächlich
immer noch, wenn auch ziemlich modernisiert. Was sich allerdings
nicht
geändert hat ist das sozialistische Zuteilungssystem, heißes
Wasser nur eine Stunde morgens und eine weitere abends. Das erste Mal
zelten
wir in diesem Urlaub.
Wir wollen noch einen
Tag
Pause machen und vergammeln ihn am Strand. Die Temperatur ist angenehm,
die Sonne scheint, durch den starken Wind ist es recht
frisch.
Abends kochen wir mal was Leckeres mit Gemüse, eine Abwechslung
hier,
wo man alles nur fleischhaltig und gegrillt bekommt. Dafür sind
die
Tomatensalate göttlich, nicht zu vergleichen vom Geschmack her mit
denen zu Hause. Irgendwann geht das Bier aus, wir versuchen erst eine
Bar
mit brauchbarer Musik zu finden, geben aber auf und setzen uns nur mit
Bier an den Strand.
Der
Himmel morgens ist
nicht sehr vielversprechend, auf kleinen Straßen fahren wir nach
Westen in Richtung Donau. Es wird so warm, daß wir
schließlich
die Innenfutter aus den Jacken ziehen können. Einige unbefestigte
Straßen sind dabei, auf denen wir unser Können immer wieder
mal versuchen. An
einem Ziehbrunnen machen wir Pause, aber so viel Vertrauen wie die
beiden
Bauern, die erst selbst und dann ihr Pferd trinken lassen, haben wir
nicht. Über Rasova, Cernavoda und Feresti geht Richtung Tandarei
ab. Nach etwas Suchen finden wir bei Buzau gleich hinter dem
Fluß
die Abzweigung nach Beceni. Hille
will auch mal die Schlammvulkane
sehen
und ist gespannt auf die Offroad Strecke, die dort hoch führt.
Nach etwas Fragen in
Alceni
finden wir schließlich den unbeschilderten Abgang von der
Hauptstraße,
der direkt als Sandweg anfängt. Wir pausieren und rätseln
noch
mal, ob es klug ist jetzt noch hoch zu fahren, es ist immerhin schon
17:30.
Aber wenn es uns nicht gefällt, können wir immer noch zum
Motel
nach Buzau zurück, denken wir uns und schottern los. Die Strecke
macht
Sauspaß, ich erkenne sie teilweise wieder und kann gar nicht
begreifen,
daß wir das damals mit Straßenmotorrädern gemacht
haben.
Mit der XL ist es wie Schwimmen im Wasser. Abschnitte sind inzwischen
auch
betoniert, und es wird weiter ausgebaut. Der touristische Wert ist wohl
erkannt worden. Nach 12km oben angekommen zeigt ein Blick in die Runde,
daß sogar hier oben der Tourismus eingezogen hat. Es gibt einen
Versorgungskiosk,
der sogar noch auf hat und eine Zeltmöglichkeit mit Klo bietet.
Wir
jubeln, das paßt ja super. Nach dem Herumschlendern um die
Vulkane kochen wir und meditieren bei
Bier
in den Vollmond.
die sich mit diversen kleinen Wegen dafür anbietet. Auch ein Foto
mit der XL direkt an den Vulkanen will ich haben, wer weiß wie
lange
es hier noch so ungezwungen zugeht. Danach brechen wir auf, finden aber
nicht mehr exakt den gleichen Weg hinunter und kommen auf einer
erheblich
humaneren Piste in Berca raus. Dort wird erst mal richtig eingekauft
und
gebruncht. Über die Brücke rüber (es gibt hier sogar ein
Schild zu den Vulkanen Noroiosi) und auf die Nationalstraße
eingebogen.
Die ist aber auf den ersten 10km eher ein Ausklingen unseres
Enduroausflugs,
sie ist gespickt von nicht asphaltierten Stellen und Ausbrüchen.
Trotzdem
geht es in zügiger Fahrt auf kurviger Strecke durch die
Gebirgslandschaft nach Brasov,
wo wir uns einen Wandertag vorgenommen hatten. Poina sollte unser
Ausgangspunkt
sein. Beim Suchen einer Unterkunft müssen wir uns wieder an
heimische Preisdimensionen gewöhnen, Zimmer gibt es ab 50€
aufwärts.
Aber unser beharrliches Suchen zeitigt Erfolg, und wir können in
einem
Hotel für 550.000Lei (ca. 15€) unterkommen.
Äußerlich
etwas runtergekommen, sind die Zimmer und die Gemeinschaftsdusche aber
sauber. Der Wandertag fällt etwas
kürzer aus, leider regnet es den ganzen Tag. Nach Auspacken geht es mit dem Taxi ganz korrekt (und günstig) nach Taxameter in die Stadt. Durch kleine Gassen und über die überdachte Treppe geht hoch zu den Wehranlagen, den ältesten Siebenbürgens. Das Museum im und der Blick vom Stundturm gefallen uns besonders. Das Kontrastprogramm bietet der Blick im Internetcafé in die Mail, doch für einen Wettercheck ist das Netz einfach zu langsam.
geht
es
bis
Aiud, wo wir dann auf noch kleinere Strecken abbiegen, laut Karte ist
ein
Abkürzung möglich. Erst hoppeln wir auf einer schlechten
Betonpiste
voran, die geht dann in Schotter über. Das macht mehr Spaß.
An einer Kreuzung bei
Brandesti
schicken uns Umherstehende nach rechts, wo es Richtung Salcina de Jos
gehen soll.
Es geht eine ganze Zeitlang weiter, dann wird der Weg schlechter und
wird
immer unbefestigter mit Wiese und Pfützen. Das ist nichts für
unsere Reifen. Schließlich endet er an einem Hof, von wo der Weg
nur noch als Trampelpfad für Kühe weitergeht – Ende. Der
zweite
Versuch ist eine Abzweigung auf der Strecke, die auf einen alten,
teilweise
gepflasterten Weg führt. Sieht aus wie eine alte
Römerstraße,
führt nur nicht so weit. Bauern raten uns ab weiterzufahren, das
wäre
nicht unsere Richtung. In Brandesti gibt man sich erstaunt, daß
wir
nicht durchgekommen sind, und wir nehmen Alternative 2, die uns
über
Mogos weiterbringen soll. Erstaunlicherweise kommen wir durch Ponor,
von
wo auch eine Straße nach Salcina gehen soll. Wir versuchen es und
enden an Flußdurchfahrten. Wieder umgedreht und weiter Richtung
Mogos,
aber schließlich brechen wir ab, als die Straße zum Weg mit
ausgefahrenen Schlammspuren wird. Jetzt schnell wieder zurück
Richtung
Hauptstraße, wo wir vor drei Stunden gestartet sind, es ist schon
17:00. In Albu Iula hat man nichts in unserer Preislage (40€
aufwärts),
aber ein Stück nördlich finden wir im Hotel
für
850.000Lei (ca. 24€) Unterkunft. Das Schweinegulasch ist nicht
besonders,
das Gezapfte entschädigt aber dafür. Das war eine eigentlich
ziemlich sinnlose Tour, aber hat Sauspaß gemacht und die
Landschaft
war klasse.
Das Panorama erinnerte uns an Österreich. An den Häuser, an
denen wir vorbei kamen, sind die letzten 100 Jahre spurlos dran vorbei
gegangen.
Uns
weckt die Sonne. Wir
holen die Motorräder hinter dem Haus hervor, und ich kann mit drei
ausgeliehenen Spaxschrauben (Badezimmertür Zimmer 109, Hotel Tara)
mein eingerissenes Nummernschild wieder sicher fixieren. In Sebes geht
es in die Südkarpaten. Bis Sugag geht es recht
nett
voran, dann wird die Straße leider wieder zu Betonemmentaler. Die
Strecke nach Oasa ist gut ausgeschildert. Leider fängt es wieder
mal
an zu regnen, und es kalt wird. Als wir auf dem Paß ankommen,
kommen
uns die Regentropfen schon fast in Schneeform entgegen. Und das gerade
hier, wo es mal schottermäßig wieder was zu erleben gibt.
Als
wir bei Obrasia Lotrului an der Hauptstraße nach Brezoi ankommen,
brauchen wir erst mal eine Suppe im einzigen Restaurant zur
Aufwärmung.
Die Strecke runter
nach
Brezoi ist klasse, kurvig führt sie durch Wälder und Stauseen
vorbei. Leider geschottert, aber inzwischen wissen wir ja, daß
die
Welt nicht untergeht, wenn es etwas rutscht. Kurz hinter Brezoi liegt
das
Kloster Cozia an der Strecke und da Hille das noch nicht kennt,
besichtigen
wir diese über und über bemalte Kirche aus dem 14.
Jahrhundert,
deren Farben strahlen wie neu. Im Kerzengewölbe wärmen wir
uns
noch kurz auf, dann geht es weiter Curtea de Arges. Wir nehmen gleich
hinter
Cozia eine kleine asphaltierte Strecke über Salatrucel und Cepari.
Aber kurz hinter Salatrucel hört der Asphalt auf. Wir sind
irritiert,
aber Nachfragen ergeben, daß wir schon auf dem richtigen Weg
sind.
Ein dummes Huhn ist wohl Motorräder nicht gewöhnt und
läuft
mir direkt vor das Hinterrad, schade, lieber schnell weiter. Wir
haben
fast 30km unbefestigte Nebenstraßen hinter uns, auf denen wir uns
austoben können, als wir in Curtea
de Arges ankommen. Wir finden nur ein Hotel in der City, das
1.000.000Lei
(ca. 30€) kosten soll. Ich erkenne es wieder, das letzte Mal hatten
wir hier Handtücher mit Löchern. Wir schauen uns die
berühmte
Kirche mit den verdrehten Türmen ohne Eintritt vom Eingang aus an,
weil wir doch weiter wollen. Kurz vor Ramnicu Valcea finden wir eine
private
Pension. Die Hausherrin
bekocht
uns noch lecker und bringt uns frische Pflaumen und Weintrauben aus dem
Garten als Nachtisch.
In
der
Nähe liegt Horezu, ein
weiteres
Kloster, ebenfalls bekannt durch seine gut erhaltenen, exzessiven
Malereien, das zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Es ist
ziemlich groß, es ist sehr gepflegt, kommt aber nicht so gut
rüber
wie Cozia. Im Ort spricht uns ein Deutscher an, der hier in
der
Gegend eine private Unterkunft für Motorradfahrer hat und
lädt
uns auf einen Kaffee ein. Er erzählt uns von vielen kleinen
Schwierigkeiten,
ewigen Nachbarschaftsstreits und der Korruption, hört sich nicht
so
begeistert an. Seine Frau bekocht uns währenddessen. Irgendwann
eisen
wir uns los und fahren weiter nach Novaci, wo wir bei strahlendem
Sonnenschein
in die Berge nach Ranca abbiegen. Bis Ranca ist die Strecke traumhaft,
immer ansteigend hinauf in die Berge auf einer gut ausgebauten kurvigen
Strecke mit Blick über die weiten Ebene im Süden. Hinter dem
Ort
beginnt, wie angekündigt,
der Schotter und der weitere Aufstieg über den Urdele Paß.
Es
geht harmlos los, dann Serpentinen,
irgendwann verengt sich die Strecke
und die Steine werden größer. Kurz bevor wir in die Wolken
kommen,
machen wir noch eine Rast und genießen die grandiose Aussicht. In
den Wolken geht es immer am Berg entlang, bis die Piste
schließlich
wieder Richtung Tal führt. Als wir die Baumgrenze erreichen, geht
es auf Waldwegen weiter, die leider etwas schmierig sind. Richtig
schmierig
wird es, als wir auf die Waldarbeiter treffen, die mit ihren riesigen
Holztransportern
die Wege zu Brei verarbeiten. Und richtig überrascht sind wir in
einem
der Arbeiter den Kellner aus dem Restaurant aus Obrasia Lotrolui
wiederzuerkennen.
Ein „Hallo“, dann geht es aber schon weiter zur „Hauptstraße“,
die
nach Petrosani führt. In die andere Richtung sind wir sie ja schon
gestern gefahren, gen Westen ist sie aber bis kurz vor Petrosani
geschottert.
In Petrosani fahren wir nach Norden, um aus den Bergen rauszukommen und
eine Pension zu finden. Es geht schnell und kurvig nach Hateg, wo wir
die
Auswahl zwischen drei Pensionen haben. Was für eine klasse Strecke
war das, für sowas sind wir hier.
Auf
dem Weg nach Petrosani kaufen wir in einem
Markt ein und
frühstücken
in dem Café nebenan. Beim Losfahren ereilt mich das Pech und
eine
Wespe, die meinen gelben Helm so schön findet, verirrt sich
zwischen
Helm und Hand und sticht zu – Autsch! Wir fahren weiter an Petrosani
vorbei
und biegen in Vulcan ab, wir wollen versuchen auf Nebenstrecken
über
die Berge zu kommen. Die an der Straße aufgereihten Orte wirken
extrem
trostlos, ehemaliger Bergarbeitersiedlungen, die nicht zum Anhalten
einladen.
Erst hinter Valea de Pesti wird es leerer und die Straße wird zu
einer großen Sandpiste, die irgendwann in einen gut ausgebauten
Waldweg
übergeht. Unsere Karte ist nicht so genau, so fragen wir in der
Cabana
in Campusel, ob wir überhaupt auf dem richtigen Weg sind und es
einen
Weg auf die andere Seite gibt. Der total freundliche Einsiedler, der
hier
von Jagdgesellschaften lebt, muß uns leider enttäuschen, der
Weg sei nicht befahrbar, erzählt er uns, bewirtet uns dabei mit
Tee
und Kuchen. Schade, so müssen wir wieder zurück.Beim Losfahren
entdecke
ich einen Nagel bei mir im Hinterreifen, der uns erst einmal wieder
zurück
in die Orte treibt. Vor einem Reifenhändler, einem Vulcanisaire,
bewege
ich den Nagel mal etwas, und wie befürchtet hört man ein
Zischen.
Wir haben wieder mal Glück, der Besitzer hat früher
Hilfstransporte
aus Deutschland begleitet und spricht sehr gut Deutsch. Er
läßt
bei aufgezogenem Reifen ein Band in das Loch einvulkanisieren. Auch er
erzählt uns dabei von der Korruption und den Schwierigkeiten,
einen
Laden aufzumachen, ist total freundlich und will zum Schluß nicht
mal Geld haben. Meine Hand ist inzwischen schon ziemlich geschwollen,
und so nehmen wir jetzt den schnellsten Weg. Der geht durch das Tal des
Jiu
nach
Targu Jiu, eine richtige Heizerstrecke. Über Baia de Arama
führt
uns die einsame 67d durch Wälder und über einen kleinen
Paß nach Baile Herculane, wo wir nach einigen Hin-
und
Hersuchen uns schließlich für ein Hotel an der 6
entscheiden.
Preislich akzeptabel und es gibt heißes Wasser. Zum Essen gehen
wir
aber in das nebenan liegende Campingplatz Restaurant, was – wie wir
erst
dann rausfinden – von einem Deutschen geführt wird. Essen ist
prima,
die Atmosphäre sehr nett, und ich bekomme auch Eis, um meine Hand
zu kühlen.
So
haben
wir für die
Heimfahrt mehr Zeit. Über Nebenstraßen geht nach Soceni,
dann
wieder nach Norden, wo ich in Ezeris auf eine in der Karte
geteerte
Straße abbiege. Aber wieder einmal irrt die Karte – Schotter
erwartet
uns. Tolle Sache denke ich und ziehe aus dem Ort raus, sehe aber nach
der
ersten Kuppe eine große Pfütze, weiche ihr noch aus und sehe
in diesem Moment eine zweite versetzt dahinter. Ich Idiot versuche ihr
auch auszuweichen und komme in den matschigen Seitenbereich und –
Abgang.
Setzen, Sechs – bei mir heißt es ablegen. Mit meinem Stiefel bin
ich unter der Maschine eingeklemmt, aber zum Glück sind wir ja zu
zweit, und Hille hilft mir raus. Mit einem kleinen Schock und einem
dicken
Knie relaxe ich erst mal. Noch mal Glück gehabt, nichts
ernsthaftes
passiert. Die XL hat eine Beule mehr im Tank und der Spiegel ein paar
Kratzer.
Nach etwas Erholung geht es mit dem Vorsatz auf Verzicht auf weitere
Experimente
wieder zurück auf die Hauptstraße und weiter Richtung
Grenze.
Timisoara ist grauenhaft voll und heiß (ausgerechnet jetzt scheint nur noch die Sonne) und Arad umgehen wir auf der Nebenstrecke über Sanandrei und Varias. Die eingezeichnete Fähre bei Periam existiert nicht, aber dafür ist eine in Sanpetru Mare ausgeschildert. Niedliches Ding, nutzt die Strömung um überzusetzen. Auf der anderen Seite empfängt uns noch mal eine 5km lange Piste bis zur Hauptstraße, die wir aber fehlerfrei hinter uns bekommen. Bis zur Grenze bei Nadlac ist es nur noch ein Katzensprung, und wir können uns schnell in die lange Schlange der Wartenden einreihen. Eine knappe Stunde später sind wir wieder in Ungarn, es wird schon dämmrig, und wir suchen uns schnell eine Pension.
Die nächsten
beiden
Tage geht es nur noch Richtung Heimat, bei herrlichem Wetter auf
kleinen
langweiligen Straßen 330km durch Ungarn, dann ein kurzes
Stück
durch die Slowakei, und in Tschechien suchen wir uns wieder eine
Pension.
Am nächsten Tag auf Nebenstrecken die 380km durch Tschechien, bis
ich bei Passau rauskomme. Ereignislos, nur mein Knie macht mir zu
schaffen.
Aber auch das geht vorbei. 1.300Km später bin ich wieder daheim.
Eric Koch
Oktober 2003